Zwiegespräch

Dass Männer nicht reden können wird im Zwiegespräch zum Mythos

Neun Jahre beobachten wir nun bereits, dass Männer von der Methode der „Zwiegespräche“ im besonderen Maße profitieren. Welche Erfahrungen gemacht werden und welche Fähigkeiten durch Zwiegespräche bei Männer gehoben werden soll im Folgenden kurz beschrieben werden:

Erstes Beispiel: „Endlich kann ich ohne Unterbrechung reden!“

Ein Paar aus zwei unterschiedlichen Kulturen besucht das Zwiegesprächsseminar: Sie stammt aus Ostfriesland, er aus Indonesien. Ihr Problem -wie so oft -: Die unterschiedliche Sprachverteilung im Paarleben. Sie dominiert in den Gesprächen, er ist ein ruhiger, gelassener, eher zuhörender Mann. Bereits nach dem ersten Setting im Zwiegesprächsseminar sagt der Mann in meditativer Klarheit, was ihn am Sprechen gehindert hat. „Es ist die Angst im Gespräch unterbrochen zu werden. Eine Unart, die hierzulande verbreitet ist.“ Die Regel des Zwiegesprächs, nicht zu unterbrechen, was auch gesagt wird, kam ihm sehr entgegen. Dieser Schutzraum verhalf ihm an nur einem Wochenende wieder zur Sprachentfaltung.

Zweites Beispiel: „Ich fühle mich als freier Mann mit größtmöglicher Bindung!“

Ein Ehepaar, kurz vor dem Ruhestand, besuchte vor drei Jahren das Zwiegesprächsseminar. Sie schildert in der Eingangsrunde das Problem: „Ich höre von meinem Mann gar nichts!“ Er antwortet, er sei mitgekommen, weil es die Frau wünschte. Bereits am Ende des Seminars bekundet der Ehemann: „90 Minuten sind für mich eine lange Zeit! Aber ich finde klasse, dass ich mir Zeit nehmen kann!“
Das Ehepaar nimmt seit drei Jahren an Intervisionsgruppen teil. Heute, im Alter von 65 Jahren, sagt er: „Erst jetzt fühle ich mich als freier Mann mit der größtmöglichen Bindung und das ist kein Widerspruch!“

Drittes Beispiel: „Ohne Zwiegespräche sind wir nur noch funktionierende Eltern!“

Ein junges Paar hatte das Zwiegesprächs-Seminar als Hochzeitsgeschenk erhalten. Mittlerweile sind sie 2-fache Eltern geworden und führen seither mehr oder weniger regelmäßig die Zwiegespräche. Der Motor für regelmäßige Zwiegespräche war der Ehemann. Er sagt: „Ohne Zwiegespräche läuft gar nichts, wir nehmen uns sonst nur als funktionierende Eltern wahr und nicht als Paar. Mit zwei kleinen Kindern ist es sehr schwer die Regelmäßigkeit einzuhalten, aber die Quittung ohne Zwiegespräche ist auch schwer zu ertragen“

Viertes Beispiel: „Plötzlich wurde ich für meine Kinder wieder zum Gesprächspartner!“

Ein Mann mittleren Alters, dessen Kinder sich mit Ausbildung und Studium außerhäusig einzurichten beginnen, berichtet: „Nach einem halben Jahr Zwiegespräche hat sich nicht nur die Kommunikation in der Paarbeziehung verändert, sondern auch die Beziehung zu unseren erwachsenen Kinder. Meine größte Überraschung war, dass ich als Gesprächspartner für meinen Sohn seit langem wieder einmal gefragt war.“ Mit dieser Wende hatte er nicht gerechnet. Es kam noch überraschender, als die „Kinder“ noch einmal mit den Eltern in Urlaub fahren wollten, hatten sie doch die aktiver Elternschaft bereits als beendet angesehen!

Welche Fähigkeiten entwickelt werden durch regelmäßige Zwiegespräche erklären wir mit dem sogenannten "Balance-Modell" nach Reinhard Winter hier: